Martin Schuster
  Abgeordneter zum NÖ Landtag  
  Bürgermeister von Perchtoldsdorf

Kaltenleutgebner Bahn: Anschlussbahn-Bescheid ermöglicht Museumsbetrieb

Seit 1883 verbinden die Geleise der Flügelbahn Kaltenleutgeben mit Perchtoldsdorf und Liesing. In den letzten Jahren ist es allerdings ruhig um die einst stark frequentierte Bahnstrecke geworden.  Die ÖBB versuchten daher in der Vergangenheit immer wieder, die seit dem Vorjahr stillgelegte Trasse zu verkaufen und immer wieder stand die Diskussion im Raum, die  5,7 km lange Strecke zur Errichtung einer Straßenverbindung für die Wohnsiedlung „Waldmühle“ in Rodaun zu nützen.

Für meinen Amtskollegen Bgm. Josef Graf aus Kaltenleutgeben und mich war klar, dass das Verkehrsband Kaltenleutgebner Bahn als Gleisweg zu erhalten ist, um damit alle Chancen für die Zukunft zu wahren sind. Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben haben daher die Bahnstrecke erworben. Obwohl die Wiederaufnahme eines Vollbahnbetriebes in unterschiedlichen Varianten auf Grund der hohen Investitionskosten bei vergleichsweise niedrigem Fahrgastpotenzial im Moment nicht vertretbar ist, weiß heute niemand, welche Transporttechnologien in einigen Jahren zur Verfügung stehen werden und welche Rolle der Schienenweg dabei spielen könnte.

Nunmehr ist der Bescheid über die Weiterführung der Strecke als Anschlussbahn rechtsgültig geworden. Damit ist es möglich, die Strecke wieder zu befahren. Als unmittelbares Nutzungsszenario für das Schienenband bieten sich nunmehr die beliebten Sonderfahrten des Perchtoldsdorfer Vereins "pro Kaltenleutgebnerbahn“ an, die auch die Leistungsfähigkeit der zwischen 2008 und 2010 grundsanierten Trasse unter Beweis stellen und für eine zusätzliche touristische Attraktivierung Perchtoldsdorfs und des Kaltenleutgebner Tales sorgen.

Der Bescheid zur Weiterführung der Kaltenleutgebner Bahn als Anschlussbahn ermöglicht  einen Museumsbetrieb.

Bildcredit: Ing. Walter Paminger