Martin Schuster
  Abgeordneter zum NÖ Landtag  
  Bürgermeister von Perchtoldsdorf

Bürgerbefragung zur Wasserhärte läuft an

Nachdem der Gemeinderat beschlossen hat, die Frage einer zentralen Wasserenthärtung in einer Bürgerbefragung nach vorherigem, breite angelegten Informationsangebot zu beantworten, geht dieses Projekt nun in seine entscheidende Phase:  Die Kuverts mit den Befragungsunterlagen und Informationsbroschüren sind unterwegs an die Perchtoldsdorfer Haushalte und  die Bürgerbefragung wird wie geplant im Zeitraum 16. bis 30. November 2015 durchgeführt.
Jede/r Wahlberechtigte erhält dazu einen Befragungsbogen samt ausführlichen Informationen persönlich per Briefpost zugesandt. Der komfortable Abstimmungsvorgang besteht in der Abgabe des im verschlossenen Kuvert eingelegten und ausgefüllten Befragungsbogens im Gemeindeamt oder der portofreien Rücksendung per Post. Um das Thema transparent zu machen, liegt dem Befragungsbogen  eine Informationsbroschüre bei, in der wir evidenzbasiert über die Vor- und Nachteile einer zentralen Wasserenthärtung informieren.

Mir ist wichtig, mit dieser Befragung, bei der der Briefkasten gleichsam zur Wahlurne  wird, einen bürgerfreundlichen und niederschwelligen Zugang zu direktdemokratischen Mitgestaltung zu bieten. Die Fragestellung für die Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer lautet: "Soll die Marktgemeinde Perchtoldsdorf eine zentrale Wasserenthärtung errichten lassen, wobei die entstehenden Kosten zu einer Erhöhung der Wassergebühr um ca. 65 Cent/m³ führen?" 

Perchtoldsdorf verfügt seit 1907 über eine autonome Wasserversorgung aus eigenen Quellen. Ein 104 km langes Rohrnetz bringt die Jahresförderung von etwa 1,2-1,5 Millionen Kubikmetern zu den rund 4.500 Hausanschlüssen. Das Perchtoldsdorfer Wasser weist eine Härte von bis zu 28 Grad dH (Härtegrade „deutscher Härte“) auf. Mit einer High-Tech-Anlage  - Investitionsvolumen von 8 Millionen Euro - wäre es möglich, diese auf 10-15 Grad zu reduzieren. Allerdings wären dazu weiteres Ausgaben und ein zusätzlicher Mehrbedarf von 3000 Kubikmetern/Tag notwendig, die als Spülwasser gesondert gefördert und entsorgt werden müssten. Die Investitionen müssten als rund 50 %ige Erhöhung des Wasserbezugspreises an die Haushalte weitergegeben werden.

Ich ersuche alle wahlberechtigten Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer im Sinne unserer dialogorientierten Gemeindepolitik mit ihrer Stimme an der Entscheidung dieser wichtigen Frage mitzuwirken!

Zwischen dem 16. und 30. November wird der  Briefkasten zur Wahlurne. 

Bildcredit: Marktgemeinde Perchtoldsdorf / zVg