Martin Schuster
  Abgeordneter zum NÖ Landtag  
  Bürgermeister von Perchtoldsdorf

Bürgerbefragung: Zentrale Wasserenthärtung?

Das Thema der Wasserenthärtung beschäftigt die Perchtoldsdorfer Kommunalpolitik bereits seit geraumer Zeit.
Perchtoldsdorf verfügt seit 1907 über eine autonome Wasserversorgung aus eigenen Quellen. Ein 104 km langes Rohrnetz bringt die Jahresförderung von etwa 1,2-1,5 Millionen Kubikmetern zu den rund 4.500 Hausanschlüssen. Das Perchtoldsdorfer Wasser weist eine Härte von bis zu 28 Grad dH auf. Mit einer High-Tech-Anlage  und einem Investitionsvolumen von rd. 8 Millionen Euro - wäre es möglich, diese auf 10-15 Grad zu reduzieren. Allerdings wären dazu weitere Ausgaben und ein zusätzlicher Mehrbedarf von 3000 Kubikmetern/Tag notwendig, die als Spülwasser gesondert gefördert und entsorgt werden müssten. Diese  Investitionen müssten als Erhöhung des Wasserbezugspreises um rund 50% an die Haushalte weitergegeben werden. 

Mir ist wichtig, bei dieser zentralen Frage einen besonders bürgerfreundlichen Zugang zu direktdemokratischen Mitgestaltung zu bieten..  Der Gemeinderat hat daher beschlossen, diese Frage nach vorherigem, breit angelegten Informationsangebot in einem Bürgerentscheid beantworten zu lassen. Es wurde  bereits eine Informationsbroschüre zusammengestellt, in der wir evidenzbasiert über die Vor- und Nachteile einer zentralen Wasserenthärtung informieren. Außerdem gibt es am 15. Oktober um 19 Uhr einen Info-Abend im Kulturzentrum, zu dem ich  alle Interessierten herzlich einlade.

Im Zeitraum von 16. bis 30. November 2015 wird dann die eigentliche Befragung aller in Perchtoldsdorf zum Gemeinderat Wahlberechtigten stattfinden. Die Fragestellung wird lauten: "Soll die Marktgemeinde Perchtoldsdorf eine zentrale Wasserenthärtung errichten lassen, wobei die entstehenden Kosten zu einer Erhöhung der Wassergebühr um ca. 65c/m³ führen? Der Befragungsbogen wird mit einem undurchscheinenden Kuvert sowie einer beiliegenden Information persönlich an jede/n Wahlberechtigten per Briefpost versendet. Der komfortable Abstimmungsvorgang besteht in der Abgabe des im verschlossenen Kuvert eingelegten und ausgefüllten Befragungsbogen und der portofreien Rücksendung per Post bzw. Abgabe im Gemeindeamt.

Bitte machen auch Sie von der Möglichkeit Gebrauch, diese für unsere Gemeinde wichtige Frage zu entscheiden!